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Schritt 4: Mach Männchen

Hallo zurück zum katzentraining Clickertutorial! Nachdem wir letzte Woche ausgiebig über die Vorzüge des Targettrainings geschrieben haben, ist es nun endlich an der Zeit, einmal einen konkreten Trick mit Hilfe des Targetstabs zu trainieren. Dazu haben wir uns Mach Männchen ausgesucht, da der Trick den meisten Katzen recht leicht fällt und die Verwendung des Targets damit sehr gut illustriert werden kann. Ausserdem sind Männchen machende Katzen einfach putzig – finden wir zumindest 🙂 Falls ihr euch unter einem Männchen nichts vorstellen könnt: Dabei setzt sich die Katze auf die Hinterläufe und richtet sich dann (mehr oder weniger gerade) auf. Katzen zeigen dieses Verhalten oft, wenn sie z.B. ein für sie nicht direkt erreichbaren Gegenstand mit der Nase inspizieren wollen.

Mach Männchen mit dem Targetstab

Damit kommen wir diesmal direkt zur Übung. Wie so oft, werden wir diesen Trick shapen, allerdings werden wir dabei den Targetstab zur Hilfe nehmen. Erinnern wir uns, wofür das Target für die Katze steht: Sie muss, wie auch immer wir den Stab halten, ihre Nase gegen die Spitze halten. Simpel ausgedrückt, müssen wir also nur das Target in der richtigen Höhe halten und die Katze sollte sich zum Männchen erheben. Praktisch wird es so einfach aber wahrscheinlich nicht funktionieren. Wie immer, ist die Lösung, dass wir das erwartete Verhalten langsam, also in vielen Shaping-Schritten, aufbauen.

Die einzelnen Schritte sind dabei recht klar: Wir fangen mit einem Target in Nasenhöhe der Katze an und halten das Target dann langsam immer höher, bis es für die Katze nur mehr mit einem schönen Männchen erreichbar ist. Wenn dieses Ziel erreicht ist, dann können wir uns daran machen auf Zeit zu shapen. Das heisst, wir fordern dann, dass die Katze langsam immer länger in der erwünschten Position bleibt, bis es Click und Leckerli gibt. Wie immer gilt die Regel, dass wir niemals zwei Kriterien gleichzeitig aufbauen. Das heisst, das wir nicht gleichzeitig ein längeres und ein höheres Männchen fordern.

Diesmal zeigt uns Minos, wie diese Trainingseinheit in der Praxis aussehen kann:

Einige Anmerkungen zu diesem Video

Zu diesem Video gibt es, neben der eigentlichen Übung, noch einige interessante Details anzumerken:

  • Wenn ihr das Problem habt, dass eure Katze eher nach dem Target fischt, als sich danach aufzurichten (so wie Minos ab ca. Minute 2:50), dann haltet ihr das Target wahrscheinlich zu hoch. Die Katze muss auf jeden Fall die Chance haben, die Targetspitze mit der Nase zu erreichen.
  • Achtet darauf, dass ihr nur clickt, wenn die Katze gerade am Aufsteigen ist und niemals beim Beenden des Männchens. Ein Click beim Niedergehen signalisiert der Katze, dass wir das Aufhören mit dem Männchen toll finden. Also genau das Gegenteil von dem, was wir eigentlich kommunizieren wollen. Eine wichtige Regel hierzu ist: Es ist besser, ihr clickt gar nicht, als zu spät!
  • Oft passiert es uns während des Shapings, dass wir neben dem erwarteten Verhalten, auch eine oder mehrere überflüssige oder unerwünschte Verhalten oder Verhaltensaspekte aufbauen. Auf Englisch nennt man solche Verhalten dann superstitious behavior (abergläubisches Verhalten). Minos zeigt in dem Video gleich mehrere solcher Verhalten. Um Minute 0:40 herum meint Minos, er müsste den Stab nicht nur berühren, sondern auch daran schlecken. Zusätzlich hört ihr ganz leise in dem Video, dass Minos, wann immer er zum Männchen hochsteigt, ein gurrendes Geräusch von sch gibt. Ihr werdet, wenn ihr genau hinseht, mit Sicherheit auch das eine oder andere kleine superstitious behavior bei eurer Katze entdecken. Grundsätzlich stören diese Verhalten nicht weiter. Man kann sie aber natürlich wegclickern, indem man einfach nur mehr clickt, wenn die Katze das unerwünschte Verhalten nicht zeigt (kurz gezeigt in dem Video, auch ca. um Minute 0:40).
  • Gebt Acht, dass ihr den Targetstab beim clicken ruhig haltet (nicht so wie Philipp in dem Video, der beim clicken oft mit dem Target wackelt). Im schlimmsten Fall stupst ihr dabei nämlich der Katze auf die Nase, was je nach Naturell zu einer Aversion gegen den Targetstab führen kann (Minos nimmt’s aber recht locker, wie ihr seht 🙂 ).

Den Targetstab abbauen

Und, habt ihr es geschafft, eurer Katze das Männchen hin zum Targetstab beizubringen? Sehr gut!

Allerdings wär’s doch schön, wenn wir unser Männchen auch ohne Targetstab abrufen könnten, oder? Sehen wir uns also an, wie wir das Target nun wieder abbauen können. Bisher war unser Zeichen für Mach Männchen der hochgehaltene Stab. Dieses Zeichen tauschen wir nun Schritt für Schritt gegen ein anderes Handzeichen aus, damit wir am Ende nur noch das neue Zeichen und nicht mehr den Targetstab zum Abrufen des Männchens brauchen. Wie dieses Zeichen aussieht ist euch überlassen, ihr solltet aber konsequent immer das selbe Zeichen für das selbe Verhalten verwenden.

Der erste Schritt ist also, dass ihr euch ein Handzeichen überlegt. Wenn euch partout nichts einfällt, könnt ihr im Video unten nachsehen, welches Handzeichen Philipp verwendet. Nun trainieren wir gleich weiter, wie wir zuletzt aufgehört haben. Nach einigen Aufwärm-Männchen verkürzen wir nun aber schrittweise den Targetstab etwas. Wenn euer Targetstab einziehbar ist, so wie der, den Philipp in dem Video verwendet, ist das natürlich einfach. Bei einem normalen Stab greift ihr ihn am besten einfach immer ein Stückchen weiter vorne an. Irgendwann halten wir den Stab dann direkt an der Spitze. De facto macht die Katze in diesem Stadium des Trainings ihr Männchen also nicht mehr (nur) zum Targetstab hin, sondern (auch) zu unserer Hand. Wenn das Männchen auch mit komplett eingezogenen Target konsequent funktioniert, ist der Moment gekommen, an dem wir das Target komplett weglassen und statt dessen unser Handzeichen einführen können. Gratuliere, wir haben unseren Targetstab abgebaut und gegen ein anderes Zeichen ausgetauscht!

Und wieder zeigt uns Minos, wie diese Übung praktisch aussieht:

Wie immer gilt: Wir gehen nur einen Schritt weiter (also wir verkürzen den Stab nur), wenn der letzte Schritt bereits sitzt. Wenn die Katze den Eindruck erweckt, dass sie überfordert ist, gehen wir wieder einen Schritt zurück. Vergesst auch nicht, die Trainingseinheiten kurz zu halten.

Hintergrund

Beim Targettraining verwenden wir das Target meistens analog zu Stützrädern bei Kinderfahrrädern. Die Stütze Targetstab hilft uns bei den ersten Schritten und bringt uns schnelle Erfolge (was gut für die Motivation unserer Katze und auch für unsere ist). Unser endgültiges Ziel ist aber praktisch immer, das Verhalten schlussendlich ohne Stützrädern abrufen zu können. Der zweigeteilte Ablauf, den wir in dieser Übungseinheit verwendet haben (Trick mit Targetstab trainieren und Targetstab abbauen) ist daher typisch für das Targettraining.

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Schritt 3: Targettraining

Und, habt ihr den Trick mit dem Shaping schon heraus? Habt ihr vielleicht auch schon die ersten Tricks geshaped oder es zumindest versucht? Toll! Dann habt ihr wahrscheinlich schon bemerkt, dass Shaping zwar ein sehr hilfreiches Trainingswerkzeug ist, aber manchmal ist der Fortschritt damit auch ein wenig – sagen wir einmal – behäbig. Immerhin müssen wir immer darauf hoffen, dass die Katze von selbst auf den nächsten Schritt kommt. Vielleicht habt ihr in der letzten Übung selbst erlebt, dass die Katze nicht und nicht diesen einen letzten Schritt auf die Decke machen möchte, sondern lieber davor sitzen bleibt und sich putzt. In dieser Situation neigt man als ungeduldiger Mensch oft dazu, die Nerven wegzuschmeissen und die Katze z.B. mit Futter auf die Decke zu locken (baiting). Kurzfristig wird man mit dieser Methode auch Erfolg haben (die Katze geht wahrscheinlich brav auf die Decke), aber leider ist das Einzige was die Katze daraus lernt, dass sie eine Belohnung bekommt, wenn sie zum Futter hinläuft. Dass sie dabei auch auf die Decke gegangen ist, nimmt sie wahrscheinlich gar nicht war, dazu ist der Reiz des Futters einfach zu gross. Der Lerneffekt für die Katze ist also quasi null.

Trotzdem bleibt natürlich die Frage, ob es denn nicht eine Möglichkeit gibt, die Katze etwas mehr zu lenken, als wir dies beim reinen Shaping tun. Zu diesem Zweck haben schlaue (Delfin-)Trainer eine wunderbare Technik entwickelt – das Targettraining. Beim Targettraining lernt die Katze, dass sie ein bestimmtes Ziel (Target) immer mit einem bestimmten Körperteil berühren muss. Mit diesem Target können wir die Katze dann also z.B. an einen bestimmten Ort lenken oder sie zu bestimmten Bewegungen animieren. Viele, wenn nicht die meisten, Tricks können wir mit Targettraining schneller trainieren, als mit reinem Shaping.

Der Targetstab

Im Folgenden wollen wir ein Nasentarget trainieren. Die Katze soll das Ziel also immer mit der Nase berühren. Als Target verwenden wir im Katzentraining meistens einen kurzen Stab, optimalerweise mit einer klar unterscheidbaren Spitze. Wir erhoffen uns von der Katze, dass sie in jeder Situation versucht, ihr Näschen an die Spitze des Stabs zu halten. Dies sollte die Katze tun, auch wenn sie sich dazu strecken oder ducken muss. Wenn unsere Katze dieses Verhalten erstmal verinnerlicht hat, können wir das Target benutzen, um die Katze (völlig gewaltfrei!) zu lenken.

Wie sieht denn ein Targetstab nun aus? Nun, manche Clicker haben schon einen passenden Stab eingebaut, so wie ihr es im Bild oben seht. Alternativ könnt ihr natürlich auch einen eigenen Stab (Stift, Kochlöffel, usw.) verwenden, bedenkt aber, dass das Halten des Tagetstabs in Kombination mit dem Clicker etwas schwieriger ist.  Wir empfehlen, dass ihr den Stab in der Clicker-Hand haltet – so wie in dem Bild unten gezeigt -damit ihr die andere Hand frei habt zum Austeilen des primären Verstärkers. Achtet auch bitte darauf, dass wenn ihr clickt nicht zu sehr die Vibrationen auf das Target zu übertragen, da dass für die Katze unangenehm sein kann. Legt am besten einen Finger dazwischen. Die Verwendung eines solchen Targetstabs erfordert vielleicht zu Beginn etwas Übung, da man oft den Eindruck hat, dass man eigentlich drei Hände bräuchte.

Training mit dem Targetstab

Und wie trainieren wir der Katze das oben geschilderte Verhalten am besten an? Genau so, wie wir es auch mit dem Geh auf die Decke in der letzten Einheit gehalten haben.

Zuerst werden Blicke und Annäherung an den Stab geclickt, dann kurze Berührungen. Wenn die Katze dieses Verhalten schon konsequent zeigt, können wir zusätzliche Kriterien einführen, wie z.B. dass die Nase eine Sekunde am Stab bleiben soll oder dass die Katze dem Target einige Schritte folgen muss. Achtet aber bitte wie immer darauf, es der Katze so einfach wie möglich zu machen. Eine wichtige Regel ist, nie mehr als ein neues Kriterium zugleich einzuführen. Konkret heisst das, dass ihr entweder eine längere Berührung oder eine Bewegung hin zum Target fordern dürft, aber nicht beides gleichzeitig. Erst wenn das Erste der neuen Kriterien super sitzt, könnt ihr auch das zweite Kriterium zusätzlich einfordern.

Bitte erwartet nicht, dass die Katze nach einer Einheit dem Stab wie festgeklebt folgt. Wie auch schon beim Geh auf die Decke wird es wahrscheinlich einige Einheiten dauern, bis die Katze konsequent auf den Stab zugeht. Eventuell hat sie zu Beginn sogar Angst vor dem Stab. Mit ausreichend Geduld lässt sich dies aber immer wegclickern. In so einem Fall muss man eben anfangs schon schüchterne Blicke aus der Ferne oder langsames Annähern clicken. Wie immer zeigt euch Philipp das Targettraining in einem kurzen Video, diesmal mit Althira und Minos.

Andere Targetarten

Im Katzentraining hat sich das Nasentarget, wie oben trainiert, bewährt. Es ist relativ leicht zu trainieren, da Katzen von Natur aus sehr neugierig sind und meist alles sofort erkunden. Es hilft uns Tricks wie Mach Männchen oder die Drehung um die eigene Achse (Spin) zu trainieren. In der nächsten Einheit werden wir dann auch sehen, wie man mit einem Targetstab einen konkreten Trick (Mach Männchen) trainiert. Für manche Tricks sind aber auch andere Targets hilfreich. Ein Pfotentarget (Berührung mit einer oder mehreren Pfoten) hilft uns bei manchen schwierigen Tricks, die die Katze in einer bestimmten Position erfordern. Vereinzelt mögen auch ganz andere Targets behilflich sein, so wie ein Hinterntarget (auf das sich die Katze setzen muss). Alle diese anderen Spielarten werden prinzipiell ganz gleich trainiert wie das Nasentarget. Selbstverständlich ist es aber nicht sehr zielführend, alle diese exotischen Targets gleich jetzt auf Verdacht zu trainieren, sondern erst in Kombination mit dem Trick. Fürs Erste reicht uns das Nasentarget völlig aus.

Hintergrund

In manchen Lehrbüchern zu diesem Thema, wird zwischen zwei Formen des Shapings unterschieden und zwar dem Free-Shaping und dem Shaping. Unter Free-Shaping fällt das Training der letzten Einheit: Die Katze entscheidet selbst, ohne besondere Beeinflussung von Aussen, welche Verhalten sie anbietet. Die einzige Steuerung ist dabei die Verstärkung (das Clicken). Beim normalen Shaping sieht man das nicht so streng, da darf der Katze schon mal einen Hinweis auf das erwartete Verhalten bekommen, eben zum Beispiel mit dem Targetstab. Für das praktische Training ist dieser eher semantische Unterschied aber nicht so wichtig. Es gilt ohnehin die Grundregel: Erlaubt ist was funktioniert.

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Schritt 2: Operante Konditionierung durch Shaping

Und, habt ihr die Katze schon auf den Clicker konditioniert, wie im ersten Teil des Tutorials beschrieben? Wenn nicht, holt das unbedingt noch nach, bevor ihr hier mit dem zweiten Teil fortsetzt.

Shaping

In dieser Trainingseinheit lernen wir die absolute Basistechnik des Clickertrainings kennen – nämlich das Shaping. Beim Shaping trainieren wir unserer Katze schrittweise ein bestimmtes Verhalten an. Gleichzeitig werden wir auch gleich den ersten (kleinen) Trick mit unserer Katze einlernen: Wir werden die Katze dazu bringen, an eine bestimmte Stelle, zum Beispiel auf eine am Boden liegende Decke zu gehen und dort zu bleiben. Als erstes solltet ihr also ein entsprechendes Requisit auswählen. Wir empfehlen für den Anfang ein kleines Handtuch oder ein Decke. Wichtig dabei ist, dass die Katze diese Decke möglichst noch nicht aus ihrem Alltag kennt. Der Anfang wird euch leichter fallen, wenn der Gegenstand zu Beginn des Trainings noch neu und interessant für die Katze ist.

Die Grundidee des Shapings ist ganz einfach. Wann immer die Katze einen klitzekleinen Schritt in die richtige Richtung zeigt, clicken und belohnen wir genau diesen Moment. Verhalten, das nicht in die richtige Richtung geht, wird einfach ignoriert (auf keinen Fall die Katze schimpfen, sie wird ohnehin nicht verstehen, was das Problem ist!). Wenn die Katze den ersten Schritt zuverlässig zeigt, steigern wir (langsam!) die Anforderungen für einen Click und fordern etwas mehr. Wichtig ist dabei, dass wir zu Beginn wirklich schon kleinste Anfänge clicken, zum Beispiel einen Blick auf die Decke, oder das Drehen des Kopfes in die richtige Richtung. Mit dem Click für den Blick in die richtige Richtung wird der Katze signalisiert, dass sie recht hat, wenn sie denkt, dass es um diesen Gegenstand geht. Erst wenn die Katze konsequent in die richtige Richtung bzw. auf die Decke blickt, verlangen wir, dass sie auch einen (!) Schritt auf die Decke zu macht. Und so steigern wir die Anforderungen langsam, bis die Katze lernt, dass sie Clicks und Belohnungen verdienen kann, indem sie auf die Decke geht.

Hintergrund

In der ersten Einheit haben wir ja bereits für die Katze klargestellt, dass ein Clicken immer ein Versprechen für eine Belohnung ist. Darauf aufbauend lernt die Katze nun, das es bestimmte Verhaltensweisen gibt, die ihr eine Belohnung einbringen, während andere Verhaltensweisen dies nicht tun. Da die Katze ja gerne belohnt wird, wird das Verhalten, das zu Clicks und Belohnungen führt eher gezeigt, als ein Verhalten welches dies nicht tut. Wir trainieren der Katze also schrittweise an, das belohnte Verhalten zu zeigen. Diese Art des Trainings nennt man operante Konditionierung. Der Hauptunterschied zur klassischen Konditionierung, wie wir sie schon in der ersten Einheit kennengelernt haben ist, dass die Katze bei der operanten Konditionierung Einfluss darauf hat, ob sie belohnt wird oder nicht (in der ersten Trainingseinheit war die Belohnung nicht vom Verhalten der Katze abhängig, es war für die Katze also eher ein Geschenk als eine echte Belohnung). Für die Katze ist dies eine tolle Erkenntnis festzustellen, dass sie sich durch eigene Leistungen Belohnungen verdienen kann. Karen Pryor schreibt in ihrem Buch Getting Started – Clicker Training for Cats recht nett über operante Konditionierung:

„From your standpoint you may be teaching the cat to come when called, or to roll over. From the cat’s standpoint, it’s training you to click; and that’s very satisfying to cats.“

Bei der operanten Konditionierung seid ihr also der Partner der Katze, niemals ihr Herr (oder gar ihr Gegenspieler). Ihr und eure Katze verfolgt das selbe Ziel, auf das ihr gemeinsam hinarbeiten müsst nämlich, dass die Katze das von ihr erwartete Verhalten erkennt, versteht und (gerne) zeigt.

Trainingseinheit

Am Besten sehen wir uns das gleich in einem Video an:

Nun seid ihr wieder an der Reihe. Im Prinzip braucht ihr nur umzusetzen was Philipp und Althira im Video oben vormachen. Wahrscheinlich werden ihr mehr als eine Trainingseinheit benötigen, um die Katze auf die Decke zu bekommen. Das macht gar nichts (auch das Video oben ist ein Zusammenschnitt mehrerer Einheiten).

Setzt euch wieder wie in der ersten Übung vor die Katze hin. Bereitet die Decke hinter eurem Rücken vor, ausserhalb des Sichtfelds der Katze. Legt die Decke hin und sobald die Katze das erste Mal zur Decke hinschaut, clickt und belohnt ihr. Dann wird weiterhin ein paarmal für Blicke geclickt und belohnt, bis die Katze ein paar Schritte auf die Decke zumacht. Von da weg steigert ihr langsam die Anforderungen, bis die Katze auf der Decke steht (oder sitzt) und bleibt. Besonders wichtig ist, wie in der ersten Einheit, das Timing der Clicks. Der Click sollte immer exakt dann kommen, wenn die Katze gerade etwas richtig gemacht hat. Nur so lernt die Katze was genau von ihr erwartet wird.

Im Folgenden werden wir euch noch einige wichtige Hinweise geben, um euch das Training zu erleichtern und um die häufigsten Fehler gleich von vornherein auszuräumen. Wir wollen ja, dass nicht nur die Katze positiv bestärkt wird 🙂 !

Zerlegen von Aufgaben

Um der Katze verständlich zu machen, was wir von ihr verlangen, müssen wir, um das Shaping Trainingsprinzip umzusetzen, die Verhaltensweise in kleinste Einzelschritte zerlegen. Für unsere konkrete Geh auf die Decke Übung wären mögliche Schritte (einige davon zeigt Althira im Video, andere nicht):

  1. Ein Blick auf die Decke, eine Drehung in die richtige Richtung
  2. Ein Schritt auf die Decke zu
  3. Mehrere Schritte auf die Decke zu
  4. Hingehen bis zur Decke
  5. Schnuffeln an der Decke, vorsichtiges Betasten der Decke
  6. Eine Pfote auf die Decke
  7. Zwei Pfoten auf die Decke
  8. Die ganze Katze ist auf der Decke

An dieser Stelle zeigt die Katze das verlangte Verhalten. Als weitere Steigerung können wir nun dieses Verhalten verbessern, z.B. indem wir nicht sofort clicken, wenn die Katze die Decke betritt, sondern verlangen, dass sie auch noch einige Sekunden ruhig auf der Decke sitzen oder stehen bleibt. Alternativ können wir die Decke auch weiter von der Katze weg ablegen, so dass die Katze einen weiteren Weg zur Decke hin zurücklegen muss. Dieses Shaping auf Verbesserung ist im Video nicht mehr zu sehen, sollte aber prinzipiell kein Problem sein, wenn ihr die Katze erstmal auf die Decke gebracht (und das Shaping-Prinzip verstanden) habt.

Ausserdem bleiben wir natürlich nicht sklavisch bei den oben genannten acht Schritten, wenn die Katze bereits von sich aus ein weiter fortgeschrittenes Verhalten anbietet. Eine forsche Katze wird, nachdem sie zwei oder drei Clicks für Blicke auf die Decke erhalten hat, mit hoher Wahrscheinlichkeit von selbst neugierig werden und auf die Decke zugehen, schon um zu sehen was es da Interessantes gibt. Das ist natürlich sofort einen Click wert, auch wenn ihr selbst vielleicht noch bei Schritt 1 wart. Andererseits kann es auch leicht sein, dass eure Katze ganz andere, unerwartete, Verhalten anbietet, wie z.B. an der Decke knabbern, die Decke mit den Tatzen attackieren oder ähnliches. Macht nicht den Fehler Verhalten nur deswegen nicht zu clicken, weil ihr als Nächstes etwas anderes erwartet habt. Eure Katze kennt schliesslich euren Plan nicht. Allerdings werden wird gelegentlich im Training mit Shaping auch den umgekehrten Weg gehen müssen und die Anforderungen wieder reduzieren. Prinzipiell sollten wir dies (spätestens!) immer tun, wenn die Katze offensichtlich überfordert ist und Frustrationserscheinungen zeigt (ihr werdet sehr schnell lernen wann eure Katze frustriert ist, die meisten Katzen haben dann ein sehr typisches Frustrationsverhalten, wie sich putzen, ein leises Miauen oder komplette Verweigerung). In diesem Fall reduzieren wir die Anforderungen, um der Katze möglichst schnell wieder ein Erfolgserlebnis (also einen Click) zu verschaffen.

Einige weitere wichtige Punkte zum Shaping

Im Detail wäre noch einiges mehr über Shaping zu sagen, doch das würde den Rahmen dieses Tutorials bei Weitem sprengen. Hier aber noch in aller Kürze einige wichtige Grundregeln:

  • Macht es der Katze immer möglichst einfach einem Click zu bekommen. Die aktuelle Anforderung sollte nie so schwierig sein, dass die Katze realistisch länger als ein paar Sekunden brauchen wird, um den nächsten Click zu erreichen. In einer wirklich guten Trainingseinheit verdient sich die Katze alle paar Sekunden einen Click. Wenn die Katze nicht regelmäßig, zumindest alle 10 bis 15 Sekunden, einen Click verdienen kann, müsst ihr dringend die Anforderungen reduzieren, ansonsten wird die Katze nicht lange mitspielen (Frustrationsgefahr)!
  • Wenn ihr mit Requisiten (wie der Decke) übt, überseht niemals den ersten Click. Katzen sind neugierig. Wenn ihr ein neues Requisit einführt, z.B. die Decke, wird die Katze sicher zumindest einen kurzen Blick auf das Ding riskieren. Diesen ersten Blick dürft ihr auf keinen Fall vergessen zu clicken! Viel zu oft passiert es, dass man die Decke vor der Katze hinlegt, dann erst den Clicker in die Hand nimmt und zu trainieren beginnen will. Dann hat die Katze die Decke vielleicht schon als uninteressant gespeichert, bevor ihr überhaupt mit dem Training begonnen habt. Also: Requisit hinter den Rücken (weg aus dem Blickwinkel der Katze), Clicker in die Hand, Requisit präsentieren, und sofort clicken, wenn der Blick der Katze das Requisit das erste Mal streift.
  • Haltet eure Trainingseinheiten kurz und beendet die Einheit immer positiv. Wie schon in der ersten Übung, solltet ihr eure Trainingseinheiten kurz halten. Optimalerweise beendet ihr eure Trainingseinheiten am Höhepunkt, also wenn die Katze gerade einen tollen Fortschritt erzielt hat. Auf jeden Fall solltet ihr nicht in einer Frustrationsphase aufhören, sondern mit einem Erfolg für die Katze. Ein weiterer Tipp zu diesem Thema: Reduziert zum Beginn jeder Trainingseinheit die Anforderungen wieder ein wenig – schliesslich müsst sowohl ihr, als auch die Katze erst wieder warm werden, bevor das selbe Trainingslevel wie am Ende der letzten Einheit erreicht werden kann.
  • Alle Requisiten werden zwischen den Trainingseinheiten weggeräumt. Am Besten ausserhalb der Reichweite der Katze. Es kann sonst passieren, dass die Katze auch ausserhalb des Trainings versucht, auf die Decke zu gehen, und sich wundern wo der Click bleibt. Dadurch wird die mühsam aufgebaute Konditionierung reduziert bzw. im schlimmsten Fall sogar gelöscht. Vergesst nie, dass die Katze (zumindest anfänglich) nicht weiss, wann trainiert wird und wann nicht.

Und wozu das Ganze?

Natürlich kann man jetzt die Frage stellen, was uns die Katze auf der Decke überhaupt bringt. Zuallererst sollte man das Geh auf die Decke als ersten einfachen Einstiegstrick betrachten, als kleinen Test-Trick, bevor ihr die ersten richtigen Tricks trainiert. Schliesslich kann man mit der selben Shaping-Technik auch viele andere, viel spektakulärere Tricks trainieren. Allerdings hat auch der Geh auf die Decke Trick für sich genommen durchaus seinen Sinn, zum Beispiel als inkompatibles Alternativverhalten für aufdringliche Katzen. Kleines Beispiel gefällig? Unser Minos neigt dazu, beim Abendessen auf den Tisch zu springen und sich selbst eine Ration zu erbeuten. Wenn aber Minos gerade den Geh auf die Decke Trick zeigt, kann er das unerwünschte Verhalten (auf den Tisch springen) gar nicht zeigen (er muss ja auf der Decke bleiben, um sich Clicks zu verdienen). Und solange er regelmäßig für das brave Auf-der-Decke-Bleiben belohnt wird, hat nicht einmal Minos selbst damit ein besonderes Problem.

In der nächsten Einheit werden wir dann auch gleich wieder Shaping anwenden, nämlich um ein sogenanntes Target zu trainieren. Bis dahin könnt ihr aber schon alleine versuchen, einige tolle Verhalten mit Shaping zu trainieren. Wie wär’s z.B. mit einem High Five, so wie es Minos im Bild nebenan macht? Die Schritte dahin solltet ihr euch als Übung selbst überlegen. Bei Fragen helfen wir natürlich gerne.

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Schritt 1: Einleitung und klassische Konditionierung

Willkommen am Beginn unseres katzentraining Tutorials. Hier wollen wir euch in acht Übungseinheiten beibringen, wie man eine Katzen mit Hilfe eines Markersignals (in unserem Fall ein Clicker) trainieren kann. Um mit dem Tutorial anzufangen braucht ihr grundsätzlich nur folgendes:

  • Eine Katze als Trainingsobjekt 🙂 Clicker Training funktioniert dabei prinzipiell mit jeder Katze, auch wenn zugegebenermassen manche besser und manche schlechter darauf ansprechen. Die einfachen Schritte in unserem Tutorial sind aber mit Sicherheit jeder Katze beizubringen. Wenn eure Katze zu dumm für eine der Übungen wirkt, dann macht euch keine Sorgen, dass ihr ein Erbsenhirn zuhause sitzen habt. Wahrscheinlicher wird sein, dass in eurer Kommunikation etwas schief gelaufen sein wird.
  • Einen Clicker. Ein Clicker ist ein einfacher Knackfrosch, der ein ständig gleichbleibendes markantes Signal erzeugt, welches in der Umgebung der Katze normalerweise nicht vorkommt. Einen Clicker bekommt ihr entweder online (z.B. den hier) oder im Tierbedarfsladen. Wir brauchen den Clicker, um der Katze im Training zu signalisieren, dass sie jetzt gerade etwas richtig gemacht hat.
  • Einen primären Verstärker. Der primäre Verstärker ist das grundlegende Werkzeug, mit dem wir die Katze motivieren wollen, zu tun was wir uns von ihr erhoffen. Verschiedene Trainer arbeiten mit verschiedenen primären Verstärkern, aber für den Anfang wollen wir in diesem Tutorial den Naheliegensten – nämlich Futter – verwenden. Füllt also ein Gefäß (z.B. eine Schale, besser aber noch einen verschliessbaren Futterbeutel wie diesen hier) mit etwas Trockenfutter oder Leckerlis, die die Katze wirklich gerne frisst. Immer wenn die Katze etwas richtig gemacht hat, bekommt sie etwas Futter aus diesem Gefäß.

Trainingseinheit

In der ersten Trainingseinheit diese Woche werden wir sehr langsam anfangen. Das Ziel in dieser Woche ist nur, dass die Katze eine klassische Konditionierung zwischen Click und Futter aufbaut. Das heisst, das Endziel der Einheit ist, dass die Katze, wann immer sie den Click hört, Futter erwartet. Diese Konditionierung können wir sehr einfach herstellen:
Setzt euch im Schneidersitz auf den Boden und haltet das Futter nahe der linken Hand so bereit, dass es von der Katze nicht gesehen wird (sie soll sich auf euch, nicht auf das Futter, konzentrieren!). In der rechten Hand haltet ihr den Clicker. Setzt die Katze vor euch auf den Boden. Danach klickt ihr einmal mit der rechten Hand, und präsentiert mit der Linken sofort ein Leckerli, dass die Katze auch gleich fressen darf. Wichtig dabei ist die zeitliche Abfolge: die Katze sollte das Leckerli nicht schon sehen bevor sie den Click hört, allerdings muss sofort nach dem Click ein Leckerli präsentiert werden (viele Bücher sprechen hier von maximal einer Sekunde).
Wir demonstrieren euch diese Übung in einem kurzen Video mit Philipp und Althira:
Sieht nicht kompliziert aus, oder? Wiederholt diese Übung mit 5 bis 10 Clicks in einer Trainingseinheit und macht ca. 3 solche Einheiten. Danach sollte eine erste Konditionierung bestehen, mit der wir im Folgen arbeiten können. Bitte vergesst nicht: Katzen haben ein ziemlich gutes Pokerface und sind innerhalb kürzester Zeit auf den Clicker konditioniert, auch wenn es vielleicht nicht so aussehen mag.

Worauf zu achten ist

In dieser ersten Einheit ist das Potential für Probleme und Fehler noch relativ gering. Wir wollen trotzdem mögliche Probleme gleich vorweg diskutieren. Alle diese Punkte sind wichtige allgemeine Hinweise, die auch für alle späteren Übungen gelten werden. Wenn ihr dennoch Fragen zu dieser Übung habt, könnt ihr jederzeit einen Kommentar an uns senden.

  • Ablenkung: Grundsätzlich ist es für das Training vorteilhaft einen Raum mit möglichst wenig Ablenkung für euch und die Katze zu wählen. Das heisst: kein Fernseher, kein Radio und optimalerweise zu Beginn auch keine anderen Tiere im Raum. Wir haben den Eindruck, dass viele Katzen besonders leicht abzulenken sind, daher ist die Umgebung wirklich sehr wichtig für den Trainingserfolg.
  • Timing: Wie oben schon erwähnt, ist dass Timing für diese Übung absolut essentiell. Wenn ihr nicht sicher seit, ob ihr den richtigen Ablauf im Ernstfall schnell genug hinbekommt, dann übt zuerst einmal ohne Katze mit einem/r Partner/in (eine gute Übung zum Timing findet ihr hier). An dieser Stelle wollen wir nochmals darauf hinweisen, dass es sehr wichtig ist, dass die Katze das Leckerli noch nicht sieht, bevor sie den Click hört.
  • Click = Belohnung: Nach jedem Click muss immer die Belohnung folgen, da die Katze sonst lernen würde, dass mit etwas Glück ein Leckerchen folgt, oder auch nicht. Im schlimmsten Fall könnte die Katze dann befinden, dass es das Mitmachen nicht wert ist. Sollte es einmal passieren, dass ihr zum falschen Moment clickt, dann gebt ihr bitte die Belohnung trotzdem und versucht das nächste Mal wieder genauer zu sein.
  • Keine Selbstbedienung: Eine Grundregel des Trainings ist, dass ihr bestimmt wann die Katze eine Belohnung bekommt. Unterbindet konsequent von Anfang an, wenn sich die Katze selbst belohnen möchte und gebt Bettelei keinesfalls nach. Hier hilft ein verschliessbarer Futterbeutel ungemein, vor allem, wenn die Katze, wie unser Minos, nicht gerade zurückhaltend ist. Sollte die Katze zu aufdringlich werden, brecht die Trainingseinheit am besten ab, und fahrt später mit dem Training fort. Das signalisiert der Katze, dass aufdringliches Verhalten keinen Erfolg für sie bringt.
  • Unkonzentriertes Kätzchen: Gerade junge und wilde Katzen werden oft nicht so ruhig vor einem sitzen wie Althira in unserem Video. Das ist aber grundsätzlich auch nicht notwendig. Clickt und werft der Katze die Belohnung einfach hin. Sie muss euch nicht unbedingt aus der Hand fressen, und sie muss auch nicht still vor euch sitzen. Nur wenn die Katze gerade mit etwas ganz anderem beschäftigt ist und sich offensichtlich nicht auf euch und euren doofen Clicker konzentriert, ist die Trainingseinheit auf später zu verschieben. Wenn die Katze erst einmal realisiert hat, dass beim Training sehr einfach an Leckerlis zu kommen ist, sitzen auch die wildesten Stubentiger brav vor einem, sobald man den Clicker in der Hand hat. Versprochen!
  • Nur nicht übertreiben: Der Standardfehler der meisten Trainer ist, die Trainingseinheiten zu lange zu halten. Grundsätzlich gilt: Lieber viele kurze als wenige sehr lange Trainingseinheiten. Mit etwas Erfahrung werdet ihr lernen zu sehen, wann die Motivation und Konzentration eurer Katze nachlässt. Spätestens dann müsst ihr aufhören (noch besser ist es, schon aufzuhören bevor das passiert). Versucht aber das Training immer positiv zu beenden, da die Katze ja Spass an der ganzen Sache haben soll. Zu Beginn sind 10 Clicks pro Trainingseinheit ein guter Richtwert. Auch später solltet ihr nicht länger als wenige Minuten am Stück trainieren, dafür aber mehrere Einheiten.

Hintergrund

Diese Übung sieht natürlich bisher recht unsinnig aus, hat aber (wie ihr euch hoffentlich schon gedacht habt 🙂 ) einen tieferen Sinn. Die grundsätzliche Idee im Training mit positiver Verstärkung ist, dass das Tier durch regelmäßige Belohnung von erwünschtem Verhalten dazu konditioniert wird, dieses Verhalten öfter zu zeigen. Umgekehrt führt ein Ausbleiben der Belohnung für unerwünschtes Verhalten dazu, dass dieses seltener gezeigt wird. In der Praxis ist diese Trainingsidee aber leider oft schwer umzusetzen, da das Timing des Belohnens sehr schwierig ist. Wenn ich eine Katze für den Sprung durch einen Reifen belohnen will, müsste ich ihr die Belohnung mitten in der Luft überreichen. Wenn ich ihr die Belohnung nach der Landung überreiche, belohne ich das Ende des Sprungs, und nicht den Sprung selbst – das Signal an die Katze ist komplett falsch. Eine Lösung für dieses Problem ist Markersignal. Ist der Clicker erst einmal konditioniert, kann ich ihn verwenden, um genau den Moment zu markieren, in dem die Katze das erwünschte Verhalten zeigt. Hier allerdings eine Warnung: der konditionierte Verstärker (also der Clicker) markiert nur die Belohnung, er ersetzt sie nicht! Auf einen Click sollte immer eine echte Belohnung, also der primäre Verstärker, folgen. Wenn ihr das Training nun begonnen habt, solltet ihr auch möglichst nicht mehr einfach so klicken, wenn ihr nicht vorhabt, die Katze zu trainieren. Wann immer ihr klickt ohne eine Belohnung folgen zu lassen, reduziert ihr die Konditionierung (und damit auch die Wirksamkeit) des Clickers.

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