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Übung: Weg vom Futter

Diese Woche wollen wir euch wieder eine kleine praktische Übung zeigen, die euch beim Training helfen soll. Wir haben sie (indirekt) von Birgit Laser gelernt, die diese Übung immer wieder Anfängern auf ihrer Katzenclicker Mailingliste nahelegt. Besonders hilfreich sollte die Übung beim Training von unerfahrenen und/oder besonders gefräßigen Katzen sein 😀

Weg vom Futter

Beim Clickertraining haben wir manchmal das Problem, dass unser Trainingsobjekt wenig Interesse daran zeigt, sich Clicks und Leckerlies zu verdienen. Vielmehr versucht die Katze, die Leckerlies gleich direkt aus dem Futterbeutel oder der Dose zu stibitzen. Aus Sicht der unerfahrenen Clickerkatze ist das verständlich – woher soll sie denn bitte wissen, dass sie sich, um an das Futter direkt vor ihrer Nase zu kommen, zum Beispiel hinlegen soll? Ist doch viel naheliegender, einfach zu der Dose hinzugehen und sich dort selbst zu bedienen (nicht zu vergessen, dass es auch einfacher ist 🙂 ). Dazu kommt noch, dass ältere Katzen, die gerade erst das Clickern lernen, in langen Jahren daran gewöhnt wurden, Leckerlis vor ihrer Nase sofort und ohne Leistung ihrerseits zu bekommen. Alles in allem gibt es Katzen, die sich, sobald sie die Leckerlis sehen und riechen, in erster Linie auf das Erbeuten dieser Leckerlis konzentrieren. Training ist so natürlich nicht wirklich möglich.

Wir haben zwei Möglichkeiten, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Die erste Möglichkeit ist einfach, das Futter besser zu verstecken, so dass die Katze die Belohnung erst bemerkt, wenn sie diese auch tatsächlich bekommt. Zum Beispiel kann man dazu eine verschliessbare Futterdose verwenden, die man hinter dem Rücken versteckt. Gerade für den Anfang empfehlen wir üblicherweise diese Vorgangsweise. Die zweite Möglichkeit ist, der Katze durch Training beizubringen, dass in der Clickersituation Futter vor Ort ist, welches für die Katze aber trotzdem nicht direkt erreichbar ist.

Übung

Dazu gibt es eine nette Übung, die Birgit Laser Weg vom Futter nennt. Im Grunde geht es dabei darum, dass wir der Katze beibringen, sich in Geduld zu üben. Die Katze sieht das Futter, riecht das Futter, kann es aber nur erreichen, indem sie (eher unnatürlich für die Katze) vom Futter weggeht.

Wir nehmen eine Handvoll Leckerlis (optimalerweise welche, die intensiver riechen) in die linke Hand und setzen uns vor der Katze auf den Boden. Wir öffnen die linke Hand und präsentieren der Katze das Futter. Wenn die Katze auf das Futter zugeht, schliessen wir die Hand wieder, damit die Katze das Futter nicht erreicht. Als Alternative präsentieren wir die offene rechte Hand (in der wir aber kein Futter haben). Nun bekommt die Katze einen Click (wahrscheinlich einen Zungenclick, da ihr keine Hand freihaben werdet) und etwas Futter aus dem Fundus in der linken Hand, sobald sie sich in Richtung der leeren rechten Hand orientiert. Nach einigen Wiederholungen lernen die meisten Katzen schnell, dass die rechte Hand viel interessanter ist als die Linke, obwohl dort augenscheinlich kein Futter zu finden ist.

An dieser Stelle haben wir wieder ein (sehr kurzes) Video für euch vorbereitet. Dieses Mal haben wir auf einen Gastdarsteller zurückgegriffen, den Kater Brummel von Philipp’s Eltern.

Das Video ist leider spontan entstanden und zeigt keine optimale Ausführung dieser Übung (findet die Fehler 🙂 ), aber hoffentlich sollte es euch trotzdem einige Ideen geben, wie ihr euch das Weg vom Futter in der Praxis vorstellen könnt.

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Haustiermesse Wien

Wir werden dieses Wochenende auf der Haustiermesse in Wien (Messegelände Wien, Halle B) sein. Immerhin gibt es dort die nach eigenen Angaben grösste Katzenausstellung Österreichs zu sehen. Am Samstag um 12:30 gibt es auch einen tollen Trainings-Leckerbissen, die Hühner- und Schabenshow vom Animal Training Center. Und Sonntags ist dann natürlich noch der Trickdog Bewerb, da kann man sich sicher auch die eine oder andere Trickidee abschaun!

Bilder folgen an dieser Stelle dann hoffentlich Anfang nächster Woche.

EDIT: wie versprochen, hier einige Schnappschüsse von der Messe. Wir waren leider doch nur einen Tag vor Ort, mehr ist sich zeitmäßig einfach nicht ausgegangen.

Anna und Barbara vom ATC bei ihrer Hühnershow


Nochmal Anna und Barbara, diesmal bei ihrem Diabetes-Hunde Vortrag

2 wunderschöne Egyptian Maus

Und noch ein Abessinier

Was ist diese Fellexplosion? Vielleicht eine Heilige Birma?

Hundemodeschau (fragt nicht)

Film-Rottweiler beim Schämen. Vielleicht war er zuvor auch auf der Hundenmodenschau

Blick über die Katzenausstellung

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Schritt 6: Capturing

Willkommen zurück hier auf dem katzentraining Blog! Inzwischen solltet ihr bereits zwei der drei Basistechniken des Clickerns (Shaping und Targettraining) zumindest grundlegend beherrschen. Wenn euch diese beiden Begriffe noch nicht geläufig sind, dann ab zu Teil 2 dieses Tutorials, bevor ihr hier weitermacht :). In dieser Einheit werden wir nun auch noch die letzte grundlegende Technik kennenlernen, und zwar das Capturing (Einfangen) von Verhalten. Konzeptionell ist Capturing die bei weitem simpelste Trainingstechnik. Im Grunde genommen bestätigen wir bei dieser Technik einfach nur Verhalten, dass die Katze ohnehin von sich aus anbietet. Capturing bietet sich an, bestimmte natürliche Verhaltensweisen der Katze, die wir süß oder nützlich finden, aber nie im Training gezeigt werden, trotzdem auf Signal abrufbar zu machen.

In dieser Einheit werden wir Capturing benutzen, um der Katze einen absolut nützlichen Trick beizubringen und zwar das verlässliche Kommen auf Zuruf. Das Ziel ist also, dass eure Katze, wann immer ihr sie auf eine bestimmte Weise ruft, angelaufen kommt, egal was sie vorher gerade gemacht hat. Die Betonung liegt hier bewusst auf ‚auf eine bestimmte Weise‘. Die Katze soll natürlich nicht bei jeder beiläufigen Nennung ihres Namens angeschossen kommen, vielmehr sollte es ein bestimmtes Signal geben, welches der Katze sagt, dass sie jetzt wirklich kommen soll.

Mit Capturing trainieren

Wie gesagt, die Theorie des Capturings ist extrem einfach. Ihr bewaffnet euch mit Clicker und Leckerlis, wartet bis die Katze das erhoffte Verhalten zeigt und belohnt es. Die Praxis ist leider etwas schwieriger, da euer Kätzchen euch wohl kaum den Gefallen tun wird, das erhoffte Verhalten gerade dann zu zeigen, wenn ihr capturen wollt. Geduld und Aufmerksamkeit sind hier also die zwei wichtigsten Eigenschaften des Trainers 🙂

Wie das konkret aussehen kann, zeigen wir euch jetzt an Hand der Komm Übung.

Bewaffnet euch mit Clicker und Leckerlis, die ihr einstecken könnt. Danach macht ihr erstmal – nichts. Setzt euch auf’s Sofa, geht fernsehen oder lest ein Buch. Auf jeden Fall wird (wahrscheinlich sehr zur Enttäuschung der Miez) nicht geclickert. Vermutlich wird sie nun einige Sekunden oder Minuten (je nach Geduld) um euch herumwedeln, in der Hoffnung, dass nun doch die erwartete Trainingseinheit folgt. Sie wird aber irgendwann aufgeben und ihrer Wege gehen. Nun ist eure Aufgabe, die Katze möglichst unauffällig zu beobachten (wenn ihr sie denn überhaupt noch seht), denn ihr solltet den Moment erwischen, in dem die Katze von sich aus wieder zu euch kommen möchte (z.B. um gestreichelt zu werden oder auch bloss um zu sehen, was ihr treibt). Wenn die Katze nun also mehr oder weniger zufällig auf euch zukommt, clickt und belohnt ihr. Wiederholt diese Übung einige Male, gerne auch verteilt über mehrere Tage, bis ihr das Gefühl bekommt, dass eure Katze beginnt, recht oft zufällig bei euch vorbeizuschlendern.

Unsere Erfahrung ist, das Katzen, wenn sie das erste Mal mit Capturing trainiert werden, anfangs reichlich verwirrt wirken. Schliesslich kennen sie Clickern nur so, dass sie etwas (bewusst) machen und dafür Clicks und Belohnung bekommen. Capturing wirkt aber so, als bekäme sie einen Click geschenkt. Aber an Geschenke gewöhnen sich unsere Mietzen normalerweise ja recht flott 🙂

Beim Capturing kann es es vorkommen, dass die Katze andauernd (auch wenn ihr gerade etwas ganz anderes macht) in euer Blickfeld wandert, um mit forderndem Blick das Verhalten zu zeigen. Im Fall des Komm Tricks,  kann das z.B. heißen, dass eure Katze ständig verschwindet, nur um eine Minute später wieder auf euch zuzulaufen. Der amerikanische Trainer Gary Wilkes nennt das throwing the behavior at you. Der Grund für dieses Phänomen, das wir beim Shaping in dieser Form nicht kennen, ist wahrscheinlich Folgender: Capturing passiert normalerweise nicht in einer definierten Clicker-Trainingseinheit mit klarem Beginn und Ende, sondern zu, für die Katze nicht berechenbaren Zeiten. Daher ist der Katze auch nicht klar, wann es etwas bringt das Verhalten zu zeigen und wann nicht. Vorsichtshalber zeigt die Katze das Verhalten also einfach andauernd. Spätestens wenn die Katze beginnt, dieses Eigenart an den Tag zu legen, ist es an der Zeit zum nächsten Schritt weiterzugehen und der Katze beizubringen, wann das Verhalten erwünscht ist und wann nicht. Wir führen also ein verbales Signal für das Verhalten ein.

Ein verbales Signal für Komm einführen

Das Training des Signals funktioniert nach den Prinzipien, die wir schon in der letzten Einheit kennengelernt haben.

Beginnt damit, ein klar definiertes Signal, z.B. <Katzenname>, Koooomm! zu geben während die Katze schon auf dem Weg zu euch ist. Graduell gebt ihr das Signal dann immer früher während des Verhaltens. Da die Katze bisher noch kein Signal hat, das ihr verrät, wann sie das Verhalten zeigen soll, wird sie das verbale Signal schnell mit dem Verhalten verbinden. Ab dann gibt es nur mehr Click und Leckerli, wenn die Katze auf Zuruf kommt, und nicht mehr, wenn sie unaufgefordert vorbeischlendert. Dann wird sich das Verhalten der Katze auch schnell wieder normalisieren, sprich: Sie wird aufhören, dieses Verhalten andauernd anzubieten, da sie ja weiss, dass es nur eine Belohnung gibt, wenn sie auch gerufen wurde.

Damit sollte eure Katze bald brav auf Signal zu euch kommen und euch ist der Neid hunderter anderer Katzenhalter sicher :). Allerdings wollen wir euch noch einige Regeln mit auf den Weg geben, damit die Katze auch in einigen Monaten noch auf ihr Komm Signal hört.

  • Wie jeder andere Trick, muss auch das Komm zumindest gelegentlich geübt werden. Wir empfehlen euch, einmal pro Tag die Katze auf diese Weise abzurufen. Dadurch bleibt das Verhalten präsent und ist einsatzbereit, wenn ihr es einmal dringend braucht.
  • Natürlich erwartet sich die Katze auch bei Komm eine Belohnung, also auf keinen Fall rufen und wenn sie dann kommt, ignorieren oder gar weggehen. Es muss nicht immer ein Leckerli sein, aber zumindest ein paar freundliche Worte oder Streicheleinheiten (und gelegentlich ein Leckerli) sollten schon drin sein, wenn die Katze brav kommt.
  • Aus einem ähnlichen Grund solltet ihr, auch wenn es verlockend ist, die Katze möglichst nie rufen, wenn danach etwas für die Katze Unerfreuliches folgt. Ihr meint es vielleicht gut, aber de facto bestraft ihr damit die Katze dafür, dass sie ihr Verhalten so schön gezeigt hat. Wenn ihr etwas Negatives vorhabt, ist es immer besser, die Katze explizit zu holen, anstatt sie zu rufen.

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Schritt 5: Verbale und Nonverbale Signale

Und weiter geht’s mit dem Clickertraining Crashkurs! In dieser Woche werden wir auf die Übungen der letzten beiden Einheiten aufbauen und unser Männchen noch ein klein wenig verfeinern. Genauer gesagt, wollen wir uns heute mit Signalen beim Clickern auseinandersetzen.

Laut Karen Pryor’s Clickertraining Glossar ist ein Signal (englisch Cue):

A stimulus that elicits a behavior. Cues may be verbal, physical (i.e., a hand signal), or environmental (i.e., a curb may become a cue to sit if the dog is always cued to sit before crossing a road).

Ein Signal ist also ein Stimulus, der ein Verhalten auslöst und kann grob gesagt in verbale und nonverbale Signale unterteilt werden. Verbale Signale werden oft auch als Befehle oder Kommandos bezeichnet, aber wir mögen diese Ausdrücke nicht sehr gerne. Diese Ausdrücke transportieren, dass wir eine Art Befehlsgewalt über das Verhalten unserer Katzen haben, die so ganz sicher nicht vorhanden ist (egal wie gut die Tiere trainiert sind). Das Wort Signal drückt die tatsächliche Realität viel besser aus – wir geben das Signal Hoch! um zu markieren, dass sich unser Tier durch ein Männchen nun einen Click verdienen kann. Wenn das Tier diese Einladung nicht annimmt, können wir es aber auch nicht ändern 🙂

Signale in unserem bisherigen Training

Obwohl wir Signale erst jetzt, in der fünften Einheit, besprechen, haben sie natürlich auch bisher schon eine wichtige Rolle in unserem Training gespielt (auch wenn ihr euch dessen vielleicht gar nicht so bewusst wart). Zum Beispiel gab es auch beim Geh auf die Decke Trick in Einheit 2 ein Signal, nämlich das Präsentieren der Decke. Beim Mach Männchen hatten wir sogar zwei unterschiedliche Signale – zu Beginn den hochgehaltenen Targetstab und nachdem wir das Target abgebaut haben, das Zeichen, das wir mit den Fingern gemacht haben. Diese Signale haben wir nicht explizit trainiert, sie sind sozusagen einfach als Teil des normalen Trainings passiert. In dieser Einheit wollen wir uns jetzt ansehen, wie wir ein bestimmtes (verbales) Zeichen explizit trainieren.

Mach Männchen auf Signal

Unser Übungsziel in dieser Woche ist das Männchen, das wir in der letzten Einheit eingelernt haben, zusätzlich zu dem Handzeichen noch mit einem verbalen Signal zu verbinden. Genauer: Wir wollen, dass die Katze in Zukunft nicht sofort zum Männchen hochsteigt, sobald wir die Finger über sie halten, sondern erst, wenn wir das Wort Hoch! dazusagen. Das Signal ist dann also die Kombination aus unserem Handzeichen und dem verbalen Signal. Natürlich gibt es einige Wege, ein neues Signal zu einem bestehenden Trick einzuführen. Wir schlagen allerdings folgenden Ablauf vor:

Zuerst macht ihr 2 oder 3 Wiederholungen des Tricks in seiner alten Form, quasi zum Warmwerden. Danach beginnt ihr, jedesmal während der Handlung das Signalwort Hoch! zu sagen. Wiederholt dies einige Male, und beginnt dann langsam, das Signal immer früher vor dem Click zu geben. Von der Katze wird nur erwartet, weiterhin das Männchen zu machen, und sich nicht von dem neuen Signal aus der Fassung bringen zu lassen. Schliesslich solltet ihr so weit sein, dass ihr das Signal schon vor Beginn des Verhaltens (wenn die Katze beginnt hochzusteigen) gebt. Nun kommt der schwierige Teil – nun sollte die Katze lernen, dass es ohne dem Hoch! jetzt nicht mehr geht. Dazu ist es notwendig, nun manchmal das verbale Signal nicht zu geben. Die Katze wird anfangs ganz sicher trotzdem hochsteigen – und bekommt leider keinen Click dafür. An dieser Stelle ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Katze nicht (zu sehr) frustriert wird. Wenn die Katze nun nicht mehr sofort hochsteigt, sobald wir das Handzeichen geben, können wir langsam die Zeit zwischen Handzeichen und verbalem Signal erhöhen (anfangs wird die Katze mit hoher Wahrscheinlichkeit nach kurzer Zeit auch ohne verbalem Signal hochsteigen). Wir sind mit dem Trick zufrieden, wenn die Katze das Handzeichen zumindest einige Sekunden interessiert anblickt, aber erst auf Hoch! wirklich zum Männchen hochsteigt (dann aber hoffentlich zackig 🙂 ).

Auch für diese Übung gibt es ein Video mit Philipp und Althira:

Einige Ratschläge

Hier noch einige Ratschläge und Bemerkungen zu diesem Training.

  • Ein übliches Problem beim Training mit verbalen Signalen ist, dass es uns Menschen oft schwer fällt, das Signalwort immer möglichst gleich auszusprechen (gleich lang, gleiche Betonung, gleiche Stimmlage, gleiche Lautstärke). Dabei ist gerade dieser Umstand sehr wichtig, damit die Katze das Wort identifizieren kann, da sie ja kein Wortverständnis hat. Eine kleine Analogie: Würdet ihr ein japanisches Wort wiedererkennen, wenn es zwei Mal in vollkommen anderer Tonlage und Lautstärke ausgesprochen werden würde? Wahrscheinlich nicht. Wenn ihr euch also nicht sicher seit, ob ihr das Signalwort wirklich immer gleich aussprecht, übt vielleicht einmal vor einem Mikrofon. In dem Video fällt euch wahrscheinlich auf, dass auch Philipp immer Probleme hat, das Signalwort zwischen Übungseinheiten gleichzuhalten (das langgezogene Hooooch!  vom Anfang wird gegen Ende hin immer mehr zu einem kurzen Hoch!).
  • Auch in dieser Einheit beherzigen wir die Grundregel, dass wir immer nur ein Kriterium gleichzeitig trainieren. Das heisst in diesem Fall, dass uns, während wir das Signal einführen, die eigentliche Ausführung des Männchens gar nicht wichtig ist. Die Katze bekommt immer einen Click, wenn sie irgendetwas Männchen-ähnliches macht, auch wenn das Männchen vielleicht mal nicht so lang oder hoch ist wie gewohnt. Diese Fehler, die sich dann vielleicht einschleichen, könnt ihr wieder rausshapen, wenn das Training des Signals abgeschlossen ist.
  • Wenn wir ein verbales Signal einführen, sollten wir das Signal nicht leichtfertig oder unbedacht geben. Wir sollten das Signal nur geben, wenn wir uns (ziemlich) sicher sind, dass die Katze dann auch das Verhalten ausführen wird. So lange das Signal noch nicht sitzt, geben wir es niemals, wenn die Katze gerade abgelenkt oder anderweitig beschäftigt ist.
  • Manche Trainer verzichten auch komplett auf den ersten Teil dieses Trainings, und geben das Signal von schon von Anfang an nur vor der Handlung. Wenn ihr wollt, könnt ihr es auch so probieren, bei uns hat sich aber die hier beschriebene Variante bewährt.

Der richtige Zeitpunkt fürs Signal

Die Vorgangsweise, dass wir erst einen Trick mit einem nonverbalen (natürlichen) Signal komplett shapen und erst ganz zum Schluss das verbale Signal einführen, ist durchaus typisch. Wir empfehlen generell, kein verbales Signal zu verwenden, bis der Trick richtig sitzt und nur mehr das Signal einzuführen ist. Manche Trainer wollen das Signal bereits zu Beginn geben, aber dies kann leicht zu einer Überforderung der Katze führen. Im Prinzip verletzen wir dann nämlich die oben schon erwähnte Grundregel – wenn wir von Anfang an auf einem Signal bestehen, weiss die Katze, wenn der Click ausbleibt nie, ob das aufgrund des Signals war, oder weil das gezeigte Verhalten nicht ok war.

Tutorial-Überblick

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In Anderen Blogs: Shaping (via exploratory analysis)

Ein toller, englischsprachiger Artikel über Shaping als allgemeines Konzept. Lesen!

Shaping In my previous post about extinction I mentioned that an extinction burst can be helpful in shaping behavior. When we think of shaping, sometimes we imagine a potter with a wheel, gently molding the malleable clay with her hands, forming grooves, handles, or other topographical characteristics of her work. Pressure can be applied to behavior to alter its characteristics forming useful behavior, but occasionally facilitating the development of pro … Read More

via exploratory analysis

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Schritt 4: Mach Männchen

Hallo zurück zum katzentraining Clickertutorial! Nachdem wir letzte Woche ausgiebig über die Vorzüge des Targettrainings geschrieben haben, ist es nun endlich an der Zeit, einmal einen konkreten Trick mit Hilfe des Targetstabs zu trainieren. Dazu haben wir uns Mach Männchen ausgesucht, da der Trick den meisten Katzen recht leicht fällt und die Verwendung des Targets damit sehr gut illustriert werden kann. Ausserdem sind Männchen machende Katzen einfach putzig – finden wir zumindest 🙂 Falls ihr euch unter einem Männchen nichts vorstellen könnt: Dabei setzt sich die Katze auf die Hinterläufe und richtet sich dann (mehr oder weniger gerade) auf. Katzen zeigen dieses Verhalten oft, wenn sie z.B. ein für sie nicht direkt erreichbaren Gegenstand mit der Nase inspizieren wollen.

Mach Männchen mit dem Targetstab

Damit kommen wir diesmal direkt zur Übung. Wie so oft, werden wir diesen Trick shapen, allerdings werden wir dabei den Targetstab zur Hilfe nehmen. Erinnern wir uns, wofür das Target für die Katze steht: Sie muss, wie auch immer wir den Stab halten, ihre Nase gegen die Spitze halten. Simpel ausgedrückt, müssen wir also nur das Target in der richtigen Höhe halten und die Katze sollte sich zum Männchen erheben. Praktisch wird es so einfach aber wahrscheinlich nicht funktionieren. Wie immer, ist die Lösung, dass wir das erwartete Verhalten langsam, also in vielen Shaping-Schritten, aufbauen.

Die einzelnen Schritte sind dabei recht klar: Wir fangen mit einem Target in Nasenhöhe der Katze an und halten das Target dann langsam immer höher, bis es für die Katze nur mehr mit einem schönen Männchen erreichbar ist. Wenn dieses Ziel erreicht ist, dann können wir uns daran machen auf Zeit zu shapen. Das heisst, wir fordern dann, dass die Katze langsam immer länger in der erwünschten Position bleibt, bis es Click und Leckerli gibt. Wie immer gilt die Regel, dass wir niemals zwei Kriterien gleichzeitig aufbauen. Das heisst, das wir nicht gleichzeitig ein längeres und ein höheres Männchen fordern.

Diesmal zeigt uns Minos, wie diese Trainingseinheit in der Praxis aussehen kann:

Einige Anmerkungen zu diesem Video

Zu diesem Video gibt es, neben der eigentlichen Übung, noch einige interessante Details anzumerken:

  • Wenn ihr das Problem habt, dass eure Katze eher nach dem Target fischt, als sich danach aufzurichten (so wie Minos ab ca. Minute 2:50), dann haltet ihr das Target wahrscheinlich zu hoch. Die Katze muss auf jeden Fall die Chance haben, die Targetspitze mit der Nase zu erreichen.
  • Achtet darauf, dass ihr nur clickt, wenn die Katze gerade am Aufsteigen ist und niemals beim Beenden des Männchens. Ein Click beim Niedergehen signalisiert der Katze, dass wir das Aufhören mit dem Männchen toll finden. Also genau das Gegenteil von dem, was wir eigentlich kommunizieren wollen. Eine wichtige Regel hierzu ist: Es ist besser, ihr clickt gar nicht, als zu spät!
  • Oft passiert es uns während des Shapings, dass wir neben dem erwarteten Verhalten, auch eine oder mehrere überflüssige oder unerwünschte Verhalten oder Verhaltensaspekte aufbauen. Auf Englisch nennt man solche Verhalten dann superstitious behavior (abergläubisches Verhalten). Minos zeigt in dem Video gleich mehrere solcher Verhalten. Um Minute 0:40 herum meint Minos, er müsste den Stab nicht nur berühren, sondern auch daran schlecken. Zusätzlich hört ihr ganz leise in dem Video, dass Minos, wann immer er zum Männchen hochsteigt, ein gurrendes Geräusch von sch gibt. Ihr werdet, wenn ihr genau hinseht, mit Sicherheit auch das eine oder andere kleine superstitious behavior bei eurer Katze entdecken. Grundsätzlich stören diese Verhalten nicht weiter. Man kann sie aber natürlich wegclickern, indem man einfach nur mehr clickt, wenn die Katze das unerwünschte Verhalten nicht zeigt (kurz gezeigt in dem Video, auch ca. um Minute 0:40).
  • Gebt Acht, dass ihr den Targetstab beim clicken ruhig haltet (nicht so wie Philipp in dem Video, der beim clicken oft mit dem Target wackelt). Im schlimmsten Fall stupst ihr dabei nämlich der Katze auf die Nase, was je nach Naturell zu einer Aversion gegen den Targetstab führen kann (Minos nimmt’s aber recht locker, wie ihr seht 🙂 ).

Den Targetstab abbauen

Und, habt ihr es geschafft, eurer Katze das Männchen hin zum Targetstab beizubringen? Sehr gut!

Allerdings wär’s doch schön, wenn wir unser Männchen auch ohne Targetstab abrufen könnten, oder? Sehen wir uns also an, wie wir das Target nun wieder abbauen können. Bisher war unser Zeichen für Mach Männchen der hochgehaltene Stab. Dieses Zeichen tauschen wir nun Schritt für Schritt gegen ein anderes Handzeichen aus, damit wir am Ende nur noch das neue Zeichen und nicht mehr den Targetstab zum Abrufen des Männchens brauchen. Wie dieses Zeichen aussieht ist euch überlassen, ihr solltet aber konsequent immer das selbe Zeichen für das selbe Verhalten verwenden.

Der erste Schritt ist also, dass ihr euch ein Handzeichen überlegt. Wenn euch partout nichts einfällt, könnt ihr im Video unten nachsehen, welches Handzeichen Philipp verwendet. Nun trainieren wir gleich weiter, wie wir zuletzt aufgehört haben. Nach einigen Aufwärm-Männchen verkürzen wir nun aber schrittweise den Targetstab etwas. Wenn euer Targetstab einziehbar ist, so wie der, den Philipp in dem Video verwendet, ist das natürlich einfach. Bei einem normalen Stab greift ihr ihn am besten einfach immer ein Stückchen weiter vorne an. Irgendwann halten wir den Stab dann direkt an der Spitze. De facto macht die Katze in diesem Stadium des Trainings ihr Männchen also nicht mehr (nur) zum Targetstab hin, sondern (auch) zu unserer Hand. Wenn das Männchen auch mit komplett eingezogenen Target konsequent funktioniert, ist der Moment gekommen, an dem wir das Target komplett weglassen und statt dessen unser Handzeichen einführen können. Gratuliere, wir haben unseren Targetstab abgebaut und gegen ein anderes Zeichen ausgetauscht!

Und wieder zeigt uns Minos, wie diese Übung praktisch aussieht:

Wie immer gilt: Wir gehen nur einen Schritt weiter (also wir verkürzen den Stab nur), wenn der letzte Schritt bereits sitzt. Wenn die Katze den Eindruck erweckt, dass sie überfordert ist, gehen wir wieder einen Schritt zurück. Vergesst auch nicht, die Trainingseinheiten kurz zu halten.

Hintergrund

Beim Targettraining verwenden wir das Target meistens analog zu Stützrädern bei Kinderfahrrädern. Die Stütze Targetstab hilft uns bei den ersten Schritten und bringt uns schnelle Erfolge (was gut für die Motivation unserer Katze und auch für unsere ist). Unser endgültiges Ziel ist aber praktisch immer, das Verhalten schlussendlich ohne Stützrädern abrufen zu können. Der zweigeteilte Ablauf, den wir in dieser Übungseinheit verwendet haben (Trick mit Targetstab trainieren und Targetstab abbauen) ist daher typisch für das Targettraining.

Tutorial-Überblick

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In Anderen Blogs: Was macht das Clickern mit dem Menschen? (via clickerblogfidi)

Was macht das Clickern mit dem Menschen? Hallo Clickerfreunde, eine Pferdetrainerin hat mal alle Aspekte zusammen getragen, die sich beim Clickern auf den Menschen, seine Wahrnehmungen seines „Clickertieres“ und seinen Umgang mit diesem auswirken. Viel Spaß beim Durchlesen! Alles Gute. Eure Clicker-Fidi   … Read More

via clickerblogfidi

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