Archiv der Kategorie: Tricktraining

Trick: Der Sprung durch den Reifen

Diese Woche stellen wir hier mit dem Sprung durch den Reifen wieder einmal einen sehr schönen Trick vor, den ihr nachtrainieren könnt. Dieser Trick eignet sich besonders gut dazu, eine aktive Katze (wie unseren Minos) so richtig auszupowern. Nicht zu vergessen ist auch, dass der Trick sich wunderbar eignet, um vor Freunden anzugeben 🙂 Katzen, die durch Reifen springen, kennen die Meisten schliesslich nur aus dem Zirkus. Man muss ja nicht dazusagen, dass der Sprung durch den Reifen (zumindest in moderater Höhe)  im Prinzip ein sehr einfacher Trick ist, den man eigentlich jeder halbwegs vitalen Katze recht einfach beibringen kann…

Voraussetzungen

Um mit dem Training für diesen Trick zu beginnen, sollte eure Katze zumindest das Nasentarget kennen und ihr als Trainer solltet mit den Grundlagen des Shapings vertraut sein. Diese beiden Techniken werden wir für das Training dieses Tricks verwenden. Ausserdem ist es auch hilfreich, wenn ihr wisst, wie man den Targetstab später wieder abbaut. Das haben wir in dieser Übung diskutiert.

Logischerweise brauchen wir, um den Sprung durch den Reifen zu trainieren, auch einen Reifen passender Größe. Wir verwenden eine handelsübliche runde Kuchenbackform mit abnehmbarem Boden (z.B. sowas hier). Den Durchmesser solltet ihr natürlich an die Katze anpassen. Je größer der Durchmesser des Rings im Vergleich zum Durchmesser der Katze ist, umso leichter wird der Katze der Sprung fallen. Anfangs solltet ihr im Zweifel also eher einen größeren Ring wählen.

Den Sprung Shapen

Wie oben erwähnt, shapen wir den Sprung mit Hilfe eines Nasentargets.

Anfangs stellen wir den Ring vertikal auf den Boden und lotsen die Katze mit Hilfe des Targetstabs durch den Ring. Einen Click bekommt die Katze immer, wenn sie sich gerade mitten im Ring oder auf dem Weg durch den Ring hindurch befindet. Das Leckerli füttern wir so, dass die Katze danach gleich wieder in Position ist, den Ring in die andere Richtung zu durchqueren. Anfangs wird die Katze den Ring vielleicht noch furchterregend oder eigenartig finden, doch nach ein paar Wiederholungen wird sie sicher und flott durch den Ring durchhuschen (ansonsten ist der Ring eventuell zu klein). Nun beginnen wir, in kleinen Schritten den Ring immer mehr vom Boden zu heben. Anfangs wird die Katze keinen Unterschied merken, aber nach ein paar Wiederholungen muss sie nun schon ein bisschen höher steigen, um den unteren Rand des Rings zu übersteigen. Irgendwann muss sie tatsächlich springen, um durch den Ring (und nicht etwa untendurch) zum Target zu gelangen. Selbstverständlich bekommt die Katze nur einen Click, wenn sie den Ring auf dem Weg zum Target nicht umgeht, und ebenso selbstverständlich clicken wir weiterhin, während die Katze gerade durch den Reifen springt (und nicht danach).

Wenn die Katze konsequent durch den Reifen springt, bauen wir den Targetstab ab und steigen auf ein Handzeichen um. Wir verwenden als Handzeichen einen Fingerzeig auf der anderen Seite des Reifens (seht euch das Ende des Videos unten an, um zu sehen, was wir meinen). Wie immer solltet ihr, während ihr den Targetstab abbaut, die anderen Kriterien reduzieren – in diesem Fall solltet ihr den Ring also nicht zu hoch halten, während die Katze noch unsicher mit dem neuen Zeichen ist.

Diesen Trick zeigt unser Spezialist für aktive Übungen – Kater Minos – vor:

Variationen

Am Ende des Videos oben seht ihr auch eine sehr schöne Variation des Sprungs durch den Reifen. Hier springt Minos – ganz athletisch – durch den Reifen vom Kasten zum Kratzbaum und umgekehrt. Sitzt der Reifensprung erst einmal, ist so eine Erweiterung nicht mehr sehr schwierig zu trainieren (und sieht ganz wunderbar spektakulär aus). Eine Warnung allerdings: Bevor ihr diesen Trick versucht, müsst ihr eure Katze zuerst in einem normalen Sprung genau beobachten und dann den Ring direkt in die Flugbahn halten. Wir wollen ja nicht, dass das Kätzchen abstürzt (aber keine Angst, normalerweise wird die Katze den Sprung einfach verweigern, wenn ihr den Ring nicht passend haltet – die ist ja auch nicht doof :D)!

Eine zweite Variation dieses Tricks ist es, den Ring (wie im Zirkus) mit einem leicht reissenden Papier (zum Beispiel Toilettenpapier) zu überkleben, und die Katze springt dann durch das Papier durch (TATA!). Leider ist dieser Trick etwas mühsam in der Vorbereitung, da ihr (aus offensichtlichen Gründen) euren Reifen nach jeder Ausführung wieder neu vorbereiten müsst. Als kleine Anregung zeigen wir euch zum Abschluss ein Video, wo ein Hund diesen Trick lernt:

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Trick: Gib Pfote!

Diese Woche gibt es in diesem Blog einmal wieder eine Anleitung für einen Trick und zwar dem allseits beliebten Gib Pfote!. Dabei halten wir die flache Hand ungefähr auf Schulterhöhe der Katze hin und sie soll ihre Pfote auf unsere Hand legen. Dieser Trick ist flott zu trainieren und kann auch als Basis für späteres Medical Training (zum Beispiel um die Pfote zu untersuchen) dienen. Ausserdem könnten wir basierend auf dem Gib Pfote! später auch ein Schlag ein!  trainieren.

Gib Pfote

Für diesen Trick gibt es kaum Vorbedingungen. Im Prinzip können wir ihn mit jeder Katze trainieren, die zumindest die Basiskonditionierung auf den Clicker durchlaufen hat (wie hier beschrieben). Gib Pfote! eignet sich auch für Anfänger (Katzen wie Trainer 🙂 ). Wir werden den Trick im Folgenden rein über Shaping trainieren. Ihr solltet also zumindest diese Basistechnik kennen, um den Trick zu trainieren.

Wir shapen den Trick in einigen wenigen Schritten. Anfangs legen wir die Hand dazu direkt neben der Pfote flach auf den Boden, am Besten so, dass die Katze auch mitbekommt, was wir da treiben. Dann clicken wir, wie immer, schon schnelle Blicke auf die Hand hin oder erste Bewegungen zur Hand. Der zweite Schritt ist dann wahrscheinlich ein Schnuppern an der Hand. Nun ist es wichtig, den Moment zu erwischen, in dem die Katze in der Nähe der Hand erstmals die Pfote hebt. Wenn wir diesen Moment richtig clicken, dauert es sicher nicht mehr lange, bis unsere Miez ihre Pfote erstmals vorsichtig in die Nähe der Hand bewegt (click!). Als nächsten Schritt fordern wir dann eine sanfte Berührung der Hand mit der Pfote, nur für eine Zehntelsekunde. Danach beginnen wir, die Hand langsam vom Boden zu heben, bis die Katze unsere Hand auch 10cm über dem Boden berührt. Als letzten Schritt shapen wir nun die Zeit, die die Pfote in unserer Hand liegt. Unser Ziel ist, dass Miez ihre Pfote so lange in unserer Hand liegen lässt, bis wir clicken (auch wenn wir uns einige Sekunden Zeit lassen). Erwartet aber wie immer anfangs nicht zu viel – eine halbe Sekunde Berührung ist für eine schüchterne Katze schon toll!

Philipp demonstriert das Training dieses Tricks nun mit Althira:

Variationen

Wenn euch die Basisversion dieses Tricks zu langweilig wird, könntet ihr folgende Varianten probieren:

  • Linke Pfote / Rechte Pfote – Ihr haltet die linke Hand hin und die Katze gibt die linke Pfote; wenn ihr die rechte Hand hinhaltet, gibt die Katze die rechte Pfote.
  • Pfote untersuchen – Wie oben schon beschrieben, ist Pfote untersuchen eine Standardübung im Medical Training. Dabei darf die Katze ihre Pfote nicht zurückziehen, auch wenn sie sanft gedreht oder ansonsten etwas bewegt wird. Das ist auch hilfreich, wenn ihr die Krallen der Mieze kürzen wollt.

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